Montage im Drehbuch schreiben
Eine Montage verdichtet Tage, Wochen oder Jahre auf eine Minute Filmzeit. Dieser Leitfaden zeigt dir, was eine Montage ist, wie sie sich von einer Bildfolge (Series of Shots) unterscheidet, welche Formate Autoren auf der Seite verwenden, wie du Dialog und Musik darin behandelst und wann eine Montage deiner Geschichte hilft oder ihr leise schadet. Er beschreibt den internationalen (US-amerikanischen) Drehbuchstandard, den die meisten Film- und Fernsehproduktionen und auch Kashna Script verwenden; in manchen Ländern gibt es zusätzlich eigene lokale Konventionen.
Aktualisiert im September 2026 · 7 Min. Lesezeit
1. Was eine Montage ist
Eine Montage ist eine Abfolge kurzer, aneinandergeschnittener Momente, die eine Veränderung über die Zeit zeigt. Ein Boxer trainiert monatelang. Ein Paar verliebt sich über einen Sommer hinweg. Ein Team renoviert ein verfallenes Haus. Statt zehn vollständige Szenen zu schreiben, gibst du dem Leser eine schnelle Reihe von Bildern, die ihn von einem Zustand in einen anderen trägt.
Das Schlüsselwort ist Veränderung. Eine gute Montage beginnt an einem Punkt und endet an einem anderen: von schwach zu stark, von Fremden zu Liebenden, von leer zu fertig. Wenn sich vom ersten bis zum letzten Bild nichts verändert, hast du keine Montage. Du hast eine Liste von Bildern.
Montagen spielen oft an mehreren Orten und über viele Tage hinweg. Genau das macht sie nützlich, und genau deshalb brauchen sie ein eigenes Format: Du kannst nicht für jedes zweisekündige Bild eine vollständige Szenenüberschrift schreiben, ohne den Leser darin zu ertränken.
2. Montage oder Bildfolge?
Die beiden Begriffe werden oft verwechselt, und viele Autoren gehen locker damit um. Die gängigste Unterscheidung ist diese:
| Montage | Bildfolge (Series of Shots) | |
|---|---|---|
| Zeit | Umfasst einen langen Zeitraum: Tage, Monate, Jahre. | Umfasst einen kurzen Zeitraum, oft Minuten oder ein einzelnes Ereignis. |
| Orte | Meist mehrere Schauplätze. | Oft ein Schauplatz oder eine enge Folge zusammenhängender Orte. |
| Zweck | Zeigt Wachstum, Veränderung oder das Vergehen von Zeit. | Zeigt eine Kette schneller Handlungen, die sich auf etwas zuspitzen. |
| Beispiel | Eine Studentin, die ein ganzes Semester lang lernt. | Ein Einbrecher, der sich in den Minuten vor dem Alarm durch ein Haus bewegt. |
In der Praxis ist die Grenze fließend, und kein Leser lehnt ein Drehbuch ab, weil du die eine Bezeichnung statt der anderen gewählt hast. Nimm die, die am besten passt, und verwende sie konsequent.
3. Eine Montage formatieren
Es gibt kein einzelnes offizielles Format für Montagen. Die folgenden Varianten sind alle weit verbreitet und wirken alle professionell. Wichtig ist, dass der Leser klar erkennt, wo die Montage beginnt, was jeder Moment ist und wo sie endet.
Die Standardvariante
Beginne mit einer Überschrift in Großbuchstaben, führe jeden Moment als kurze Zeile auf und schließe mit END MONTAGE. Viele Autoren setzen nach dem Gedankenstrich eine kurze Beschreibung, damit der Leser weiß, worum es in der Montage geht.
Manche schreiben einfach MONTAGE statt BEGIN MONTAGE oder MONTAGE - NINA TRAINS als einzelne Überschriftzeile. Alles davon ist akzeptiert.
Mit Buchstaben gekennzeichnete Momente
Statt Gedankenstrichen kannst du jeden Moment mit A, B, C kennzeichnen. Buchstaben machen es leichter, sich in Notizen und Überarbeitungen auf einen bestimmten Moment zu beziehen, und manche finden sie bei längeren Montagen aufgeräumter.
Schauplätze innerhalb einer Montage
Wenn ein Moment an einem neuen Ort spielt, hast du zwei Möglichkeiten. Du kannst ihm eine kurze Ortsangabe geben, wie bei Punkt B oben. Oder du verwendest für jeden Moment eine vollständige Szenenüberschrift und rahmst das Ganze mit BEGIN MONTAGE und END MONTAGE ein. Die zweite Variante ist länger, aber manche bevorzugen sie, weil das Produktionsteam jeden Drehort sauber disponieren kann. Bei einem Spec Script ist schlanker meist besser.
In Kashna Script bremsen dich Montagen nicht aus. Szenenüberschriften, Szenenbeschreibung und Übergänge formatieren sich beim Tippen von selbst, und jedes Werkzeug ist nur eine Taste entfernt – so bleibst du im Rhythmus der Sequenz, statt mit Rändern zu kämpfen. Trag dich für den frühen Zugang ein.
4. Eine Bildfolge formatieren
Eine Bildfolge hat denselben Aufbau mit anderer Bezeichnung. Beginne mit SERIES OF SHOTS, führe die Momente auf und schließe mit END SERIES OF SHOTS. Manche lassen die Schlusszeile weg und beginnen einfach eine neue Szenenüberschrift; auch das ist üblich.
Beachte, dass hier die Szenenüberschrift zuerst kommt. Weil eine Bildfolge oft an einem Ort bleibt, kann sie innerhalb einer normalen Szene stehen.
5. Dialog und Musik in einer Montage
Dialog
Die meisten Montagen haben wenig oder gar keinen gesprochenen Dialog. Wenn ein Satz unverzichtbar ist, formatiere ihn als normalen Dialog unter dem Moment, zu dem er gehört. Halte ihn kurz. Ein Satz pro Moment reicht völlig.
Eine gängige Alternative ist ein Voice-over, das über der ganzen Montage liegt: ein vorgelesener Brief, ein Telefongespräch, ein Erzähler. Setz den (V.O.)-Dialog vor den ersten Moment oder zwischen die Momente, und der Leser versteht, dass er über den Bildern läuft. Der Leitfaden zum Drehbuchformat erklärt V.O. und O.S. im Detail.
Musik
Montagen werden oft auf Musik geschnitten, und es ist verlockend, einen berühmten Song zu nennen. Sei vorsichtig. Die Lizenz für einen bekannten Titel ist teuer, und die Regie und das Musikteam treffen diese Entscheidung ohnehin. Die meisten Autoren beschreiben stattdessen die Stimmung:
Wenn ein bestimmter Song wirklich zentral für die Geschichte ist, nennen manche Autoren ihn einmal und nehmen in Kauf, dass er sich ändern kann. Bau nur nicht die ganze Sequenz auf Songtexten auf, die du nicht garantieren kannst.
6. Wann sie passt und wann nicht
Eine Montage ist ein Werkzeug zur Verdichtung. Setz sie ein, wenn das Publikum spüren soll, dass Zeit vergangen ist und sich etwas verändert hat, aber nicht jeden einzelnen Schritt sehen muss.
- Nutze sie für Training, Vorbereitung, Recherche, Renovierung oder eine Beziehung, die mit der Zeit wächst.
- Nutze sie, um eine Strecke zu überspringen, die sich das Publikum selbst ergänzen kann, etwa eine lange Reise.
- Vermeide sie für die Wendepunkte deiner Geschichte. Wenn ein Moment die Entscheidung einer Figur verändert, verdient er eine vollständige Szene mit Konflikt und Dialog.
- Vermeide sie, um ein Problem zu verstecken. Wenn du nicht herausfindest, wie sich zwei Figuren ineinander verlieben, löst eine Montage das nicht; sie macht die Lücke nur offensichtlich.
- Häufe sie nicht an. Ein oder zwei Montagen in einem Spielfilm sind üblich. Mehrere können wirken, als würde das Drehbuch an seiner eigenen Geschichte vorbeihetzen.
Montagen wirken sich auch auf die Seitenzahl aus. Weil sie viel Filmzeit in kurze Zeilen packen, folgen sie der üblichen Faustregel von einer Seite pro Minute nicht genau. Wenn du die Drehbuchlänge im Blick behältst, denk daran.
7. Häufige Fehler
- Keine Veränderung von Anfang bis Ende. Jede Montage sollte woanders enden, als sie begonnen hat.
- Zu lange Momente. Jeder Punkt sollte ein oder zwei Zeilen lang sein. Braucht er einen Absatz, ist er eine Szene.
- Vergessen, sie zu schließen. Ohne END MONTAGE oder eine klare neue Szenenüberschrift weiß der Leser nicht, wann die Montage aufhört.
- Die Kamera führen. Formulierungen wie „close on“ oder „we pan to“ machen den Text nur voller. Beschreibe, was wir sehen, und überlass die Einstellung der Regie.
- Formate mischen. Verwende nicht für die Hälfte der Momente Gedankenstriche und für den Rest Buchstaben. Entscheide dich für einen Stil pro Drehbuch.
- Alles auf einen bestimmten Song bauen. Beschreibe die Stimmung der Musik, statt dich auf einen Titel zu verlassen, der vielleicht nie lizenziert wird.
Dieser eine Punkt enthält eine Vorgeschichte, eine Kamerabewegung und eine Erinnerung. Kürze ihn auf das, was wir tatsächlich sehen: Nina stretches in the kitchen. A photo of her father on the fridge.
8. Häufige Fragen
Wie schreibt man eine Montage im Drehbuch?
Schreib MONTAGE oder BEGIN MONTAGE, führe jeden kurzen Moment in einer eigenen Zeile mit Gedankenstrich oder Buchstaben auf und schließe mit END MONTAGE. Beschränke jeden Moment auf ein oder zwei Zeilen Szenenbeschreibung.
Was ist der Unterschied zwischen Montage und Series of Shots?
Eine Montage zeigt meist eine Veränderung über einen langen Zeitraum und an mehreren Orten. Eine Bildfolge (Series of Shots) zeigt meist eine schnelle Kette von Handlungen in kurzer Zeit, oft an einem Ort.
Braucht eine Montage Szenenüberschriften?
Nicht für jeden Moment. Die meisten Autoren verwenden innerhalb der Montage eine kurze Ortsangabe oder gar keine, manche bevorzugen aber für jeden Moment eine vollständige Szenenüberschrift. Beides ist akzeptiert.
Darf eine Montage Dialog enthalten?
Ja. Beschränke ihn auf ein, zwei Sätze unter dem Moment, zu dem er gehört, oder lass ein Voice-over über die ganze Sequenz laufen. Die meisten Montagen funktionieren am besten mit wenig oder gar keinem Dialog.
Soll ich Songtitel in eine Montage schreiben?
Meist nicht. Beschreibe stattdessen die Stimmung der Musik, denn die Lizenzen für berühmte Songs sind teuer, und die endgültige Wahl treffen Regie und Musikteam.
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