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Texteinblendungen im Drehbuch schreiben

Daten, Orte, Kapiteltitel, ein Schild an einer Tür, ein Brief in der Hand einer Figur, Untertitel unter fremdsprachigem Dialog: All das ist Text, den das Publikum auf der Leinwand liest, und für jede Art gibt es auf der Seite eine eigene Konvention. Dieser Leitfaden zeigt dir, wann du SUPER, TITLE und CHYRON verwendest, wie du Zeit- und Ortsangaben schreibst, wie du Schilder, Briefe und Bildschirme innerhalb der Geschichte behandelst und wie du untertitelten Dialog formatierst. Er beschreibt den internationalen (US-amerikanischen) Drehbuchstandard, den die meisten Film- und Fernsehproduktionen und auch Kashna Script verwenden; in manchen Ländern gibt es zusätzlich eigene lokale Konventionen.

Aktualisiert im September 2026 · 8 Min. Lesezeit

1. Zwei Arten von Text im Bild

Bevor du ein Format wählst, stell dir eine Frage: Existiert dieser Text innerhalb der Geschichte, oder wird er nur für das Publikum über das Bild gelegt?

ArtBeispieleWie du ihn schreibst
Über dem Bild (die Figuren sehen ihn nicht)„Berlin, 1989“, ein Kapiteltitel, eine Namenseinblendung, UntertitelSUPER:, TITLE:, CHYRON: oder ein Untertitel-Hinweis
Innerhalb der Geschichte (die Figuren sehen ihn)Ein Straßenschild, ein Brief, ein Handydisplay, eine ZeitungsschlagzeileIn der Szenenbeschreibung oder mit INSERT, wenn das Publikum ihn lesen muss

Wer beides verwechselt, sorgt für die meiste Verwirrung. Ein Datum, das über die erste Einstellung getippt wird, ist ein SUPER. Ein Datum auf einem Kalender, den die Hauptfigur anstarrt, ist ein Gegenstand im Raum und gehört deshalb in die Szenenbeschreibung.

2. SUPER, SUPERIMPOSE, TITLE und CHYRON

Alle diese Bezeichnungen bedeuten „diese Wörter erscheinen auf der Leinwand“. Sie unterscheiden sich vor allem darin, was hinter dem Text zu sehen ist.

BezeichnungWas sie bedeutet
SUPER:Kurz für superimpose (einblenden). Text über dem laufenden Bild. Die häufigste und sicherste Wahl.
SUPERIMPOSE:Dasselbe, ausgeschrieben. Manche bevorzugen es; es braucht nur mehr Platz.
TITLE: oder TITLE CARD:Text für sich allein, meist auf Schwarz oder einem schlichten Hintergrund, ohne Szene dahinter (Texttafel).
CHYRON:Ein Textbalken im unteren Bildbereich, wie die Namenseinblendung in den Nachrichten (Bauchbinde). Häufiger in Fernseh- und dokumentarisch angelegten Drehbüchern; viele verwenden stattdessen SUPER.

Das Format selbst ist einfach. Schreib die Bezeichnung in Großbuchstaben am linken Rand als Zeile der Szenenbeschreibung, dann einen Doppelpunkt, dann den Text. Die meisten setzen den Text in Anführungszeichen, manche lassen sie weg. Beides ist akzeptiert – entscheide dich für eine Variante und bleib dabei.

BeispielEXT. HARBOR - DAWN Fishing boats slide out through the fog. SUPER: "Lisbon, 1755."

Du musst nicht angeben, wann der Text verschwindet. Leser gehen davon aus, dass er nach einem Moment ausgeblendet wird. Erwähne es nur, wenn das Timing Teil der Geschichte ist, zum Beispiel bei Text, der stehen bleibt, während dahinter etwas passiert.

3. Zeit- und Ortseinblendungen

Zeit- und Ortseinblendungen sind die Alltagsaufgabe von SUPER. Setz eine ein, wenn das Publikum die Information braucht und das Bild sie nicht schnell genug liefern kann: ein historisches Datum, ein Sprung um die halbe Welt, ein Countdown.

BeispielEXT. CHECKPOINT CHARLIE - NIGHT Crowds press against the barrier, chanting. SUPER: "Berlin, November 1989."

Ein paar Regeln solltest du dabei im Kopf behalten:

4. Texttafeln und Kapiteltitel

Eine Texttafel (title card) ist Text, der für sich allein steht, typischerweise auf Schwarz. Drehbücher nutzen sie für Eröffnungszitate, Motti, Kapiteltitel und Schlusstexte, etwa darüber, was aus den realen Personen nach den Ereignissen wurde.

BeispielFADE IN: TITLE CARD: "Part One: The Crossing" EXT. DESERT ROAD - DAY A lone bus crawls toward the mountains.

Bei einem Film mit Kapiteln verwendest du jedes Mal dieselbe Form: TITLE CARD: "Part Two: The Border". Manche schreiben zuerst OVER BLACK: und in der nächsten Zeile den Text. Auch das funktioniert und ist klar.

Ein Hinweis zum Titel des Films selbst: In einem Spec Script markieren die meisten nicht, wo der Titel erscheint. Wenn du eine konkrete, erzählerisch begründete Idee dafür hast, etwa dass der Titel auf einem Schlüsselbild landet, ist eine kurze Zeile wie TITLE: "NORTHBOUND" in Ordnung. Ansonsten überlass es der Regie. Um den Titel auf deinem Deckblatt geht es im Leitfaden zum Deckblatt.

Reflex

In Kashna Script hältst du nicht zum Formatieren an – du tippst einfach. Szenenüberschriften, Regieanweisungen in Klammern wie (in Spanish; subtitled) und Übergänge wie FADE IN: rücken beim Schreiben an ihren Platz, und jedes Werkzeug ist nur eine Taste entfernt. Trag dich für den frühen Zugang ein.

5. Schilder, Briefe und Bildschirme

Text innerhalb der Geschichte ist kein SUPER. Er ist Teil der Welt, also beschreibst du ihn in der Szenenbeschreibung. Wie viel Raum du ihm gibst, hängt davon ab, wie wichtig er ist.

Kurzer Text: in der Szenenbeschreibung lassen

Bei einem Schild, einem Etikett oder einer Zeile auf einem Whiteboard zitierst du die Worte in der Szenenbeschreibung. Viele schreiben sie in Großbuchstaben, damit sie herausstechen.

BeispielMara stops at a rusted gate. A sign wired to the bars: "PRIVATE PROPERTY. NO RETURN."

Text, den das Publikum lesen muss: INSERT

Wenn die Handlung an den Worten hängt, gib ihnen mit INSERT einen eigenen Platz. Das sagt dem Leser, dass wir den Gegenstand in Großaufnahme sehen. Mit BACK TO SCENE kehrst du zurück. Zitiere nur die Zeilen, die zählen.

BeispielTomas unfolds the letter with shaking hands. INSERT - THE LETTER In his father's handwriting: "The key is under the third stair. Don't tell your mother." BACK TO SCENE Tomas looks toward the staircase.

Einen langen Brief hört man oft besser, als man ihn liest. Viele lassen die Stimme des Verfassers ihn als Voice-over tragen, während wir das Gesicht der lesenden Figur sehen.

Handys, Laptops und Textnachrichten

Bildschirme folgen derselben Logik: kurze Nachrichten in der Szenenbeschreibung, wichtige mit INSERT oder ON SCREEN. Chatverläufe, E-Mails und Videoanrufe haben eigene Konventionen, die alle im Leitfaden zu Telefonaten und Textnachrichten behandelt werden.

6. Untertitel für fremdsprachigen Dialog

Wenn eine Figur eine andere Sprache spricht und das Publikum sie verstehen soll, schreibst du den Dialog trotzdem auf Englisch (oder in der Sprache deines Drehbuchs). Der Leser muss der Szene folgen können. Du kennzeichnest nur, dass in einer anderen Sprache gesprochen und untertitelt wird.

Die Methode mit Regieanweisung in Klammern

Am häufigsten ist eine Regieanweisung in Klammern unter dem Figurennamen:

Beispiel ELENA (in Spanish; subtitled) You told me he was dead. DIEGO (in Spanish; subtitled) I told you what you needed to hear.

Der einmalige Hinweis

Wenn eine ganze Szene oder ein längerer Abschnitt in einer anderen Sprache ist, wird die Klammer in jeder Zeile schwerfällig. Schreib stattdessen zu Beginn einen einzigen Hinweis in die Szenenbeschreibung und mach klar, wo er endet:

BeispielINT. ELENA'S KITCHEN - NIGHT NOTE: All dialogue in this scene is in Spanish and subtitled in English.

Die Praxis ist hier unterschiedlich. Manche setzen die übersetzten Zeilen stattdessen kursiv oder in eckige Klammern, andere fügen am Anfang des Drehbuchs einen Hinweis zur Konvention ein. Alles davon ist akzeptiert, solange der Leser nie im Unklaren ist, welche Sprache gesprochen wird.

Wenn das Publikum nichts verstehen soll

Wenn es gerade darum geht, dass wir nicht verstehen – etwa weil deine Hauptfigur in einer fremden Stadt verloren ist –, lass die Untertitel weg. Schreib (in Mandarin) und gib die Zeile entweder in dieser Sprache wieder, sofern du sie korrekt schreiben kannst, oder beschreib sie einfach: „Sie sagt etwas Scharfes auf Mandarin.“ Rate nie in einer Sprache, die du nicht beherrschst; eine falsche Zeile wirkt schlimmer als eine beschriebene.

7. Häufige Fehler

Die übergreifenden Regeln zu Szenenbeschreibung, Dialog und Rändern findest du im Leitfaden zum Drehbuchformat.

8. Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet SUPER im Drehbuch?

SUPER ist die Kurzform von superimpose (einblenden). Es bedeutet, dass für das Publikum Text über dem Bild erscheint, etwa ein Datum oder ein Ortsname, und wird als Zeile der Szenenbeschreibung geschrieben, zum Beispiel SUPER: "Berlin, 1989."

Wie schreibt man eine Zeit- und Ortseinblendung im Drehbuch?

Schreib zuerst die normale Szenenüberschrift, dann eine Zeile wie SUPER: "Rome, 44 BC." Die Überschrift ist für das Team, die Einblendung ist das, was das Publikum liest.

Was ist der Unterschied zwischen SUPER und TITLE CARD?

SUPER legt Text über ein laufendes Bild, eine Texttafel (title card) zeigt Text für sich allein, meist auf Schwarz. Beide werden am linken Rand geschrieben, gefolgt von einem Doppelpunkt und dem Text.

Wie schreibt man Untertitel im Drehbuch?

Schreib den Dialog auf Englisch und setz die Regieanweisung (in Spanish; subtitled) unter den Figurennamen – oder füg zu Beginn der Szene einen einzigen Hinweis ein, dass ihr gesamter Dialog untertitelt ist.

Wie zeigt man ein Schild oder einen Brief im Drehbuch?

Kurzen Text wie ein Schild zitierst du in der Szenenbeschreibung. Für Text, den das Publikum lesen muss, etwa einen wichtigen Brief, verwendest du INSERT, zitierst die entscheidende Zeile und schreibst dann BACK TO SCENE.

Fade out.

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